Mein erstes Mal: Hacks/Hackers in Berlin

Logo von hacks/hackers Berlin
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Gestern war es endlich so weit: Zum ersten Mal habe ich ein Hacks/Hackers-Treffen besucht. Diese Art der Zusammenkunft von Codern/Programmieren (=hackers) und Journalisten (=hacks) ist inzwischen eine kleine, weltweite Bewegung, die sich nix geringeres  vorgenommen hat, als: rebooting journalism! In Berlin gibt es hack/hackers seit ca. einem Jahr. Die Idee dieser lockeren Treffen kommt aus den USA, wo Burt Herman, einer der Mitgründer von Storifydas Konzept mitentwickelt hat. Ich wollte schon lange mal hin, vor allem hatte ich eigentlich geplant zur ersten Crypto-Party zu gehen, denn ich habe ja immer noch das Projekt “Digitaler Schutzschild” mit meinem Zweit-Laptop laufen. Jetzt hat es endlich mit einem Besuch geklappt. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, jetzt kann ich sagen: Es tut nicht weh, und es war ziemlich gut! Im Veranstaltungsraum von Zeit online am Askanischen Platz ging es locker zu, bei Bretzeln und Tannenzäpfle-Bier. Mit-Organisator Adam Thomas fragt am Anfang kurz, wer sich zur den hacks (=Journalisten) zählt und wer sich eher den hackern zuordnet. Die Verteilung passt gut an diesem Abend: Es sieht nach Hälfte/Hälfte aus. Gute Voraussetzungen. Normalerweise beinhaltet das Veranstaltungskonzept noch, dass jeder mit einem Aufkleber klar signalisiert, ob er hack oder hacker ist. Die Aufkleber fehlen an diesem Abend, aber dafür gibts ja Tannenzäpfle und Bretzeln. Bei den Treffen ist ansonsten – wenn ich es richtig verstanden habe – alles offen, mehr so eine Plattform, wo man sich austauschen, Projekte vorstellen, Ideen und Partner finden kann. Bei meinem ersten hack/hackers-Treffen war es eine Mischung zwischen vier Vorträgen, die ich im Folgenden kurz zusammen fasse und einer Phase danach, für Gespräche und “Hands-On”-Computerdemonstrationen. Ach ja: Alles auf Englisch, teilweise leider ein bisschen leise (ohne Mikros). Hier also kurz die vier interessanten Vorträge:

  • Adam Thomas [@SourceAdam] über ein aktuelles Citizen-Journalism-Projekt, das er für Sourcefabric in Mozambique gerade realisiert. Es geht um ein Content-Management-System für die kostenlos verteilte Zeitung Verdade (portugiesisch: Wahrheit), die mit elf Mitarbeitern ein Land mit Stories beliefert, das zweimal so groß ist wie Deutschland. Also spielen Bürgerreporter für die Berichterstattung des Blatts eine riesengroße Rolle. Adam will dafür sorgen, dass die Infos über SMS, Twitter, Mails und  über alle anderen Kommunikationskanäle auf die Webseite und ins Blatt kommen.
  • Annabel Church [@annabelchurch] ist zur Zeit Fellow der Knight-Mozilla-Foundation und als OpenNews-Spezialistin bei Zeit online zu Gange. Sie hat u.a. eine Software vorgestellt, die als “Frühwarnsystem” (“early notification system”) für Redaktionen funktionieren soll, indem sie große Datenmengen, z.B. Protokolle von Parlamentssitzungen oder Tweets durchforstet und nach vorgegebenen Kriterien ordnet. Ich habe sie nach dem Vortrag mal angesprochen, weil so ein Frühwarnsystem auch für Kommunikations- und Journalismusforscher sehr interessant sein kann. Z.B. wenn solche spontanen Phänomene wie die Kollaboration auf dem GuttenPlag-Wiki gerade entstehen und ein Forscherteam reagieren will und das Phänomen erforschen will, z.B. mit Online-Surveys oder Netzwerkanalysen. Aber leider, so hat Annabel mir gesagt, ist das eine etwas andere Anforderung. Ich soll mir da mal die Verifikationsplattform Storyful anschauen. Vielleicht eine gute Idee – werde ich tun.
  • Lucy Chambers [@lucyfedia] ist bis August in Berlin und hat die School of Data vorgestellt. Ein tolles Ding: Hier werden Projekte und Kurse für Datenjournalismus für Redaktionen, NGO’s und eigentlich alle Interessierten angeboten. Toll auch der Online-Kurs, wie Datensätze aus PDF-Dokumenten extrahiert werden können.
  • Und ein Team rund um Zeit-Journalist Martin Kotynek [@martin_k] hat die Fact-Checking-Plattform Faktomat vorgestellt. Ein Projekt von Zeit Online, Zeit Magazin und Liquid Democracy e.V. zur Bundestagswahl im September, bei dem Politikeraussagen von Nutzern eingebracht werden können, die dann von den Zeit-Journalisten bei entsprechender Abstimmung der Crowd gefactchecked werden.

Unter dem Hashtag #hhber wird zu den hack/hackers-Treffen getwittert. Und  hier wird das ganze Konzept nochmal erklärt (mit Video). Also: Beim nächsten Mal gerne wieder. Ergänzungen und Anregungen bitte in die Kommentare.

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