Buchbeitrag über das Innenleben des GuttenPlag-Wiki und ein aktueller Nachtrag

Es fing vor ziemlich genau zwei Jahren an, es war ein ungemütlicher Februartag, in meiner kleinen Doktorandenwohnung in Dortmund. Es war Freitagabend, ich saß vor dem Laptop, schimpfte auf meine langsame Internetverbindung übers Handy und gab zum ersten Mal die URL guttenplag.wikia.com in mein Browserfenster ein. Neugier über dieses Phänomen erfasste mich – teils journalistisch, teils wissenschaftlich begründet – ich wollte mehr wissen.

Wie eine spontane Idee zu einem wissenschaftlichen Text wird

To make a long story short: In dieser Nacht im Februar 2011 konnte ich erst Kontakt zu Tim Bartel, Deutschland-Chef von Wikia aufnehmen und dann zum Hauptgründer des GuttenPlag-Wikis vordringen, der sich PlagDoc nennt und bis heute anonym geblieben ist. Aus der Mailkommunikation mit PlagDoc entwickelte sich eine spontane Online-Umfrage, die ich zusammen mit meinem damaligen Dortmunder Kollegen Julius Reimer innerhalb von ein paar Stunden aufgesetzt, getestet und auf den Seiten des GuttenPlag-Wikis online gestellt habe. Das Ergebnis ist jetzt in einem gemeinsamen Beitrag von Julius und mir im Buch Internet, Mobile Devices und die Transformation der Medien (2013) veröffentlicht (S. 303-329):

Das Buch, herausgegeben von Ulrich Dolata und Jan-Felix Schrape
Das Buch, herausgegeben von Ulrich Dolata und Jan-Felix Schrape

Glück und Hartnäckigkeit führen zu einer Anatomie des Schwarms

Mit etwas Glück und ein wenig Hartnäckigkeit waren Julius und ich die ersten (und einzigen), die aufgrund von Umfragedaten etwas zur Anatomie des Schwarms, zu Parteienpräferenzen und zur Motivation der GuttenPlag-Aktiven, sagen konnten. Innerhalb von 48 Stunden zählten wir fast 5000 Zugriffe, am Ende konnten wir 1034 Fragebögen, die halbwegs vollständig ausgefüllt waren, auswerten. Ein tolles Gefühl, aber auch ein Gefühl der Unsicherheit, wie wir mit diesem wisschenschaftlichen Schnellschuss umgehen sollten. Nach ermutigenden Worten, unter anderem von unserem Doktorvater Klaus Meier, haben wir dann im Medienmagazin Journalist einige Ergebnisse unserer Spontanforschung veröffentlicht und wir konnten einen ersten wissenschaftlichen Journal-Beitrag für das österreichische Medien Journal schreiben. Ziemlich viel Arbeit übrigens: Abstract einreichen, Annahme des Textes, Begutachtung, Überarbeitung, Warten auf die Publikation. Da ich vorher die tagesaktuelle Berichterstattung im Journalismus gewohnt war, war das für mich eine ziemlich entschleunigende aber durchaus schlauchende Erfahrung. Mit einer so ergiebigen Publikationstätigkeit hatten wir am Anfang übrigens nicht gerechnet und zu einigen Anfragen mussten wir auch „Nein“ sagen, weil die GuttenPlag-Forschung nichts mit unseren eigentlichen Promotionsprojekten zu tun hat und quasi in unserer Freizeit stattfand.

Der Beitrag im Buch „Internet, Mobile Devices und die Transformation der Medien“, herausgegeben von den Stuttgarter Techniksoziologen Ulrich Dolata und Felix Schrape, ist gute 25 Seiten lang. Dort zeichnen wir den Forschungsprozess nochmal nach und vesuchen einen aufmerksamkeitsökonomischen sowie einen systemtheoretischen Blick (Stichwort: sekundäre Leistungsrolle) auf das GuttenPlag-Wiki. Da der Mit-Herausgeber Felix Schrape in seinem empfehlenswerten Blog gedankenstrich.org das Buch und die anderen Beiträge hervorragend vorstellt, verweise ich hier gern auf seinen Text und sein Blog. Natürlich ist das Buch auch auf den Seiten des Verlages edition sigma zu finden, wo es auch eine kostengünstige E-Version (PDF) als Download gibt. Über Anfragen, Anregungen und Korrekturen freuen wir uns natürlich!

Nachtrag zu Martin H. – aus aktuellem Anlass:

Das GuttenPlag-Wiki war damals nur der Anfang eines Transformationsprozesses von digitalen Öffentlichkeiten, der durch Initiativen wie VroniPlag, WulffPlag, SchavanPlag und aktuell auch LobbyPlag eindrucksvoll weiter geführt wird. Interessant dabei ist z.B. auch die Anonymität bzw. Pseudonymität der Beteiligten, die so eine Leistung teilweise erst möglich macht. Es gibt aber auch Menschen wie Martin H., der sich im Gegensatz zu den meisten anderen Web-Aktiven bewusst gegen Anonymität oder Pseudonymität entschieden hat und die Entwicklung im Netz zur Profilierung der eigenen Person und vor allem zum Geschäftemachen ausnutzt nutzen will. Viele Medien, leider auch das Qualitäts-Poral ZEIT Online, springen auf den Zug der Personalisierung dankbar auf und steigern so den Bekanntheitsgrad von „H.“ munter weiter. Journalistisch sollte er aber vorsichtig und kritisch angegangen werden, wie unsere Erfahrung zeigt.

Journalisten sollten der persönlichen Inszenierung nicht auf den Leim gehen

Nach unserem Wissen und unseren Recherchen in den Chats, Foren und unter den Mitstreitern von GuttenPlag und VroniPlag ist es Martin „H.“ sehr wichtig, nicht der als Gründer von VroniPlag bezeichnet zu werdenbesonders in den Medien. als der er sich selbst gerne Er bezeichnet sich gerne selber so und als den ihn die Medien leider auch oft bezeichnen. Hier wird er sogar gleich noch als Gründer von SchavanPlag geadelt, das ja bekanntlich vom Pseudonym Robert Schmidt gegründet wurde. So wenig Recherche war selten. „H.“ hat aus geschäftlichen Gründen VroniPlag als Marke angemeldet und will sich damit schmücken.

Mir ist H. aus der Anfangszeit des GuttenPlag-Wikis und im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Spontanforschung bekannt. Er hat sich damals per Mail an mich gewendet und wollte versuchen, die Datensätze unserer Online-Befragung zu bekommen. Dabei verfolgte er eine zweigeteilte Strategie: Zum Einen wollte er uns weismachen, dass wir in der Online-Erhebung methodische Mängel* haben, auf der anderen Seite könne er uns aber dabei helfen, eine tolle Präsentation auszuarbeiten. Er habe, so sagte er damals, gute Verbindungen zum Veranstalter der Online-Forschertagung General Online Research, die 2011 in Düsseldorf – an der Heinrich-Heine-Universität – stattfand. Ich kann aus heutiger Sicht sagen: Gut, dass wir uns nicht darauf eingelassen haben! H. wollte vermutlich Profit und Anerkennung aus unserer Idee und Arbeit ziehen. Ich kann nur hoffen, dass Journalisten, wenn sie mit H reden, ein wenig mehr recherchieren und zumindest auch die Gegenseite, z.b. die aktuellen Aktiven auf VroniPlag, hören. Dort ist er übrigens schon lange als Bearbeiter gesperrt!

[Update 1, 28.2.2013: Christian Bartlau zeigt vorbildlich in einem Beitrag auf stern.de einen ausgewogenen, souveränen Umgang mit dem Phänomen „H.“ und seinem Gründungsmythos.]

[Update 2, 3.3.2013: Update: Damit sich die Leser und Leserinnen des MaxMedienBlogs ein (noch) besseres Bild machen können, verlinke ich hier auch auf das Blog von MarcusB, der sich intensiv und faktengestützt mit “H’s” Plagiate-Geschäft auseinandersetzt: http://bit.ly/VXygei

Zweiter Linktipp: Hier spricht der Gründer des WordPress-Blogs SchavanPlag (=Original), “Robert Schmidt” über seine Erfahrungen mit “H.”, der danach ein Mimikri-Wiki (SchavanPlag-Wiki) bei Wikia aufsetzte: http://schavanplag.wordpress.com/#Hinweis

Besonders meinen Journalistenkollegen, die in dieser Sache berichten wollen, lege ich ans Herz, sich mit dem Vorgehen dieses Akteurs auseinanderzusetzen. Weil die Medien nunmal oft meinen, einen Namen, ein Gesicht, eine Stimme zu brauchen (–> Personalisierung), nehmen sie immer wieder “H” als Protagonist. Ein Pseudonym oder ein kollektiver, anonymer Schwarm lässt sich halt vor der Kamera nicht so leicht darstellen.]

Bildschirmfoto 2013-03-03 um 20.11.07
So kommuniziert „H“ über Twitter

[Update 3, 3.3.2013: Auch dieser Tweet sagt viel über die Kommunikationsgepflogenheiten von „H“ aus. Dokumentiere das deswegen gerne und nehme die Anregung mit, das Vollpfostenjournalismus-Blog zu gründen. Einziges Thema: Vroniplagneu Wiki.]

*Die methodischen Mängel der Online-Befragung sind uns übrigens bewusst und wir thematisieren das auch in unserem Buchbeitrag. Damit muss man wohl bei Spontanforschung, die innerhalb von Stunden reagieren muss, auch in gewissem Maße leben.

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13 Gedanken zu “Buchbeitrag über das Innenleben des GuttenPlag-Wiki und ein aktueller Nachtrag

  1. „Ich halte es da mal mit Wikpedia,…“ Zitat Ruppmax, siehe oben.

    “Als Mitgründer des VroniPlag Wikis wurde er einer breiteren Öffentlichkeit unter dem Pseudonym Goalgetter bekannt”. Zitat, http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidingsfelder

    Nur komisch wenn auf Wikipedia ihre Wikipedia eruierten Fakten zur Argumentation für den angeblichen Mitgründer erfolgen. Quelle, http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Martin_Heidingsfelder

    Wenn dies Ihr privater Blog ist, biete ich Ihnen privat 1.000 € an, wenn Sie den Nachweis erbringen, dass ich „nicht der Gründer von VroniPlag“ bin. Sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, fordere ich Sie einfach auf Ihre Behauptungen von „Nach unserem Wissen und unseren Recherchen“ etc. einfach zu streichen.

    1. Es gibt ganz offensichtlich eine Diskrepanz zwischen dem, worauf sich die Wikipedia-Gemeinschaft geeinigt hat, nämlich „Mitgründer“ und der Bezeichnung, die Sie gerne haben möchten: „Gründer“. Scheint ein Definitionsproblem zu sein. Wenn ich mit drei weiteren Menschen z.B. eine GmbH gründe und zufällig als erster den Gesellschaftervertrag beim Notar unterschreibe, würde ich mich nie als (alleiniger) Gründer bezeichnen. Wie definieren Sie denn „Gründer“?
      Update: Damit sich die Leser und Leserinnen des MaxMedienBlogs ein (noch) besseres Bild machen können, verlinke ich hier gerne auch auf den Blog von MarcusB, der sich intensiv und faktengestützt mit „H’s“ Plagiate-Geschäft auseinandersetzt: http://bit.ly/VXygei
      Zweiter Linktipp: Hier spricht der Gründer des WordPress-Blog SchavanPlag (=Original), „Robert Schmidt“ über seine Erfahrungen mit „H.“: „H“ setzte NACH Robert Schmidt nämlich ein Mimikri-Wiki (SchavanPlag-Wiki) bei Wikia auf. Hier Robert Schmidts Hinweise: http://schavanplag.wordpress.com/#Hinweis

      Besonders meinen Journalistenkollegen, die in dieser Sache berichten wollen, lege ich ans Herz, sich mit dem Vorgehen dieses Akteurs auseinanderzusetzen. Weil die Medien nunmal meinen, einen Namen, ein Gesicht, eine Stimme zu brauchen (–> Personalisierung), nehmen sie immer wieder „H“. Ein Pseudonym oder ein kollektiver, anonymer Schwarm lässt sich halt vor der Kamera nicht so leicht darstellen.

    2. [Update 4.3.2013: So eben hat mir Tim Bartel gemailt, dass „H“ „aus rein technischer Sicht“ Recht hat. Das will ich nicht verschweigen.]

      „Aus rein technischer Sicht hat Goalgetter durchaus Recht. Das Wiki de.vroniplag.wikia.com wurde am 28.03.2011 von ihm (Benutzer:Goalgetter) angelegt.“

      Da ein Wiki als soziale Praxis im Social Web eine kollaborative und kollektive Angelegenheit ist, finde ich es diskussionswürdig (siehe auch die Diskussion in der Wikipedia), welche Rolle ein „Erstklicker“ spielt, der später durch die anderen aktiven Mitglieder in einem Gruppenprozess gesperrt wird. Ich finde es weiterhin wichtig, Journalistenkollegen darauf hinzuweisen, dass sie „H“ vorsichtig anfassen und gut recherchieren sollten. Das Portrait bei stern.de ist ein guter Ansatz.
      Weiterhin finde ich es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der eigentliche Wert von kollaborativen Recherche- und Enthüllungsplattformen in der freiwilligen Zusammenkunft und Zusammenarbeit von hunderten, tausenden Aktiven (wie bei GuttenPlag) liegt. Wenn es – wie im Fall von „H“ – vor allem der Steigerung des eigenen Bekanntheitsgrades, der Marke „VroniPlag“ auf dem Klingelschild und vor allem ums Geldverdienen geht, dann sollten wir Journalisten das auch immer so erwähnen und auch immer seine Kritiker hören. Dem Phänomen der kollaborativen Plagiate-Dokumentation wird man journalistisch allein mit einem Verweis auf „H“ nicht gerecht. Ich füge das bei Gelegenheit auch im Blogpost ein – ist schon passiert. Es heisst jetzt nur noch, dass er sich gerne als Gründer bezeichnen lässt. Dabei lasse ich es erst einmal bewenden. Aufmerksamkeit hat die Sache ja inzwischen genug bekommen.

      1. Also soviel traue ich dem H. noch zu, dass er die 3-4 Klicks zum Anlegen eines Wikis ganz alleine schafft. Dass schon ein paar Minuten später die ersten Leute dabei waren, die Sacharbeit machten und benötigte Vorlagen aus dem Guttenplag Wiki importierten, darüber geht H. gerne hinweg und bezeichnet diese Leute als seine „Helfer“.

        H. hat das Wiki nie als ein Gemeinschaftsprojekt gesehen, wo die Leute gleichberechtigt und gleichbeteiligt zusammen an einer Sache – der Dokumentation von Plagiaten – arbeiten. Sondern es war immer nur „H. und seine Helfer“. Während er irgendwas woanders gemacht hat, vllt. irgendwelche Deals mit TV-Sendern und Zeitungen, waren die anderen damit beschäftigt, die Arbeiten zu untersuchen, Fragmente anzulegen, Quellen zu besorgen. Ab und zu kam er dann mal in den Chat und hat die Leute gelobt, die so gute Arbeit für ihn machen.

        Ob diese 3-4 Klicks es rechtfertigen, sich in den Medien als „alleiniger Gründer“ hinzustellen? Jeder der Ahnung davon hat, wie Wikis und allgemein Gemeinschaftsprojekte funktionieren, wird hier mit dem Kopf schütteln. (Falls AdminP mitliest – viel Spass beim Interpretieren, worauf sich das ‚hier‘ bezieht. :) )

      2. Tja, über Gründerdefinitionen ist ja schon viel geredet worden. Ich hatte leider nicht die Ehre, der Bewältigung des Gründungskraftakt der ersten 3-4 Klicks beiwohnen zu dürfen, leider auch nicht der Vorgeschichte und den Entscheidungen, die damals getroffen wurden. Abgesehen von dieser Vorgeschichte lässt sich das Geschehen aber für jeden sehr leicht nachzeichnen. Zunächst wird ein Online-Formular ausgefüllt (hier der Link: http://www.wikia.com/Special:CreateNewWiki?uselang=de ). Selbst wenn sich dabei alle Mitbegründer treffen, um beim ersten Klick gemeinschaftlich die Maus festhalten zu dürfen, kann dies nur über einen Account erfolgen. Nur diesem einen Account wird von Wikia sog. „Gründer-Badge“ zugeordnet. Und weil das so ist, kann dieses „Gründer-Badge“ wohl auch kaum eine alleinige Gründerschaft (mit-)begründen (Hier widerspreche ich B. Traven, s.u.). Was es tatsächlich damit auf sich hat, lässt sich bei Wikia nachlesen: „Founders are those who requested a wiki to be created“. (http://community.wikia.com/wiki/Community_Central%3AOwnership ) Das Wort „create“ hat viele Bedeutungen, z.B. auch „gründen“. Als Antragsteller sollte man sich auch die übrigen Inhalte zur „Ownership“ (http://community.wikia.com/wiki/Community_Central%3AOwnership) und die „Wiki Creation Policy“ (http://www.wikia.com/Wiki_Creation_Policy ) einmal durchlesen. Dann weiß man, wo man dran ist. Gestartet und mit allen Grundfunktionalitäten angelegt wurde das Wiki von Wikia unter der Voraussetzung eines *gemeinschaftlich* organisierten Projekts mit gemeinfrei lizensierten Inhalten (aber jetzt bitte nicht wieder Tim Bartel fragen, sonst muss der noch für alles herhalten). Damals gab es eine Erklärung (http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home?direction=prev&oldid=2165 ), nach der sich dieses Wiki der Untersuchung der Dissertation von Veronica Saß widmen sollte (daher auch der Name VroniPlag). Ein weitergehendes Projekt war zunächst nicht in Sicht (zumindest nicht für dieses Wiki). Der vermeintlich alleinige Gründer spricht zuweilen auch von einer geschlossenen Ablehnung bezüglich dieses Gründungsimpetus. Das aber ausgerechnet genau die Personen, die dies so sehr abgelehnt haben sollen, sich doch sogleich aufmachten, um freiwillig dann genau das zu tun, was sie ablehnten, klingt für mich nicht logisch. Wie dem auch sei: Technisch weiter aufgebaut haben dieses Wiki andere Personen als der vermeintlich alleinige Gründer. Auch beim Einrichten des Chatraums war Gründungshilfe erforderlich, und auch die erste Plagiatsstelle hat eine andere Person eingetragen, die auch die erste Nacht durchmachte (siehe Logbücher bzw. http://images.wikia.com/vroniplag/de/images/9/97/Vp-edit-history-start.pdf ). Eigentlich waren VroniPlag-Wiki und GuttenPlag-Wiki eng verbunden: Ein Bericht zur zweiten VP-Untersuchung (Fall Mcp) wurde sogar noch gemeinschaftlich im GP-Wiki verfasst. Nun gab es viele Nachfolgeinitiativen, jede für sich mit ähnlich viel Gründungspotenzial wie die Saß-Initiative. Nur wurden dafür eben keine neuen Wikis angelegt. Ein paar andere Wikis gab es aber dennoch. Von einem Wiki (dem Plagipedi-Wiki) wurden mehrere Fälle dann in das VP-Wiki übertragen: Ganz alleine, von irgendjemandem. Für die meisten spielte es damals gar keine Rolle, wer da was genau geründet haben wollte. Auch waren viele Admins damals vermutlich selbst nicht so genau informiert, wer da nun eigentlich was gegründet haben könnte. Das war die Geburtsstunde der Gründungsmythen. Lange Zeit war auch ich einst einem Mythos verfallen. Und damit war ich nicht alleine.

  2. Recherchen der geschilderten Art haben einen vergleichbaren Wert wie bei Münchhausen nachzufragen, ob er zu Recht Lügenbaron genannt wird. Stattdessen wäre nicht schlecht, den Kontakt zu Tim Bartel noch einmal aufzunehmen. Der kann nämlich bestätigen, dass Martin Heidingsfelder sehr wohl Starter und Gründer des VroniPlag Wiki gewesen ist, so wie die Wiki-Start-Routinen es damals vorsahen.
    Ich nehme an, dass Ihr Beitrag in gutem Glauben geschrieben wurde. Auch Ihre Erfahrungen zu kommentieren, steht mir nicht zu, da ich nicht dabei war.
    „… als der er sich selbst gerne bezeichnet“? Ja, macht er. Dagegen zu polemisieren ist allerdings wenig eindrucksvoll, denn zunächst war es ja die in den Wiki-Gründungsprozess eingebaute Routine, welche Heidingsfelder (damals: „Goalgetter“) dieses Label anheftete, d.h. er hat sich diese Bezeichnung nicht selbst zugeschrieben, sondern Wikia. Dass ein solches Label bei manchen Betrachtern zu überhöhten Assoziationen führt(e), sei nicht bestritten. Das heißt aber eben nicht, dass Heidingsfelder nicht „alleiniger Gründer“ des Wikis war, wie er es selbst gern formuliert. Nur sollte man an diese Begriffsbildung nicht eine Heldenverehrung binden. BTW: Dass Goalgetter das Wiki „gestartet“ hat, wird von VroniPlag nicht bestritten. VroniPlag behandelt die Zuweisung des Labels „Founder“ für den „Starter“ des Wiki als irreführende Petitesse und fokussiert stattdessen auf die von Heidingsfelder gar nicht bestrittene Tatsache, dass vor (bei GuttenPlag) und nach seiner Gründung des Wikis VroniPlag er Teil einer Community war, die insbesondere nach der Gründung nach und nach die späteren Erfolge erarbeitete.

  3. „Nach unserem Wissen und unseren Recherchen in den Chats, Foren und unter den Mitstreitern von GuttenPlag und VroniPlag ist Martin H. nicht der Gründer von VroniPlag, als der er sich selbst gerne bezeichnet und als den ihn die Medien leider auch oft bezeichnen.“

    Wäre schön von Ihnen die Belege auch präsentiert zu bekommen.

    Deshalb leifere ich mal einen klaren Gegenbeweis die Äußerungen vom 18.6.2011 bei Wikipedia von Tim Bartel, des oben Angeführten „Deutschland-Chef von Wikia“
    „Die zwei Hauptinitiatoren/Wikigründer (PlagDoc/GuttenPlag, Goalgetter/VroniPlag) sind nicht miteinander identisch. Die Überschrift ist leicht irreführend – Betreiber ist in beiden Fällen Wikia. –Avatar 22:33, 18. Jun. 2011 (CEST)“

    Weiterhin würde ich, da Sie Herr Max Ruppert ehrenrürhige Behauptungen über mich in Ihren Blog einstellen, gerne unseren gesamten Mailverkehr sowie meinen Mailverkehr mit dem DGOF e.V: Vorstand in der Angelegenheit veröffentlichen. Als Journalist, denke ich, werden Sie in Sachen Öffentlichkeit damit ja kein Problem haben?

    Zudem ist es gute journalistische Tradition und Berufsgepflogenheit, wenn man behauptet das jemand etwas ist oder auch nicht ist, mit ihm darüber ein Gespräch zu führen oder einen Fragenkatalog zu übersenden, falls man den Betreffenden nicht erreicht.
    Das ist durch Sie nicht erfogt.
    Sie weisen zwar auf die einseitige Information mit der Formulierung „Nach unserem Wissen und unseren Recherchen in den Chats, Foren und unter den Mitstreitern von GuttenPlag und VroniPlag“ aber Sie haben sich eben nicht an mich gewandt. Als Einstiegslektüre empfehle ich Ihnen http://www.vroniplag.de/gruendung.htm weiter Informationen und Dokumente stelle ich Ihnen gerne für Journalistische Zwecke gerne zur Verfügung. Zu einem Gespräch über die Gründung gebe ich Ihnen gerne ein Interview.

    Herzliche Grüße
    Ihr Martin Heidingsfelder

    1. Hallo Herr Heidingsfelder,

      vielen Dank für Ihren langen Beitrag. Über die Veröffentlichung Ihrer Mail-Konversation mit dem DGOF e.V. freue ich mich. Denn davon höre ich zum ersten Mal. Bin gespannt, was Sie mit dem DGOF zum Forschungsprojekt von Julius Reimer und mir besprochen haben!? Es ist wohl eher angezeigt, über Projekte zu sprechen, in die man selbst auch involviert ist und bei denen man sich auskennt, finde ich.

      1. „Wissen und unseren Recherchen“ ? Bitte teilen Sie doch Ihr Wissen mit uns und weichen Sie nicht aus. Begründen Sie warum Sie mich nicht angeschrieben und mit Ihrem Wissen konfrontiert haben? Rufnummer, Mailadresse – all das ist Ihnen doch bekannt. Alle warten hier sehr gespannt auf das von Ihnen behauptete „angebliche Wissen“, das eine Konsultation meiner Person nicht mehr erforderlich gemacht hat.

      2. Ich halte es da mal mit Wikpedia, obwohl das natürlich nie die einzige Quelle sein sollte.Doch dort gab es schließlich eine monatelange Diskussion um Sie und Ihren Gründungsanspruch. Das Ergebnis bei Wikpedia:

        „Als Mitgründer des VroniPlag Wikis wurde er einer breiteren Öffentlichkeit unter dem Pseudonym Goalgetter bekannt“.

        Ihre Position ist mit dem veröffentlichten Kommentar jetzt auch vertreten. Bitte beachten Sie auch, dass das mein privater Blog ist, bei dem auch meine Meinung und meine Haltung eine große Rolle spielt. Den neutralen Journalist und Kommunikationswissenschaftler finden Sie hier: http://www.ku.de/slf/jour/mitarbeiter/promovenden/max-ruppert

  4. Witzig, witzig…hier wurde der Text aber noch einmal geändert. Heute Morgen hieß es noch:
    „To make a long story short: In dieser Nacht im Februar 2011 konnte ich erst Kontakt zu Tim Deutschland-Chef von Wikia Hauptgründer des GuttenPlag-Wikis aufnehmen, der sich PlagDoc nennt…“
    Ich hatte mich schon gewundert, dass in einem Artikel, in dem die Anonymität bzw. Pseudonymität der Beteiligten begründet wird, Tim Bartel als PlagDoc geoutet wird. Zum Glück hat das Tim (=PlagDoc) noch rechtzeitig gemerkt…

    1. @Ludwig Ja, mir sind vor dem Freischalten des Textes in der von Dir erwähnten Passage die Worte durcheinandergekommen, so dass sie keinen Sinn mehr ergaben. Als ich das gemerkt habe, habe ich das natürlich korrigiert. Dies sehe ich durchaus als mein redaktionelles Recht als Blogger an.
      Zur Klarstellung nochmal: Tim Bartel ist der Deutschland-Manager des kommerziellen Wiki-Anbieters Wikia.com. Er ist auch als @avatar bekannt.

      Mit PlagDoc hat Tim nix zu tun. PlagDoc ist das Pseudonym des GuttenPlag-Mitgründers, der nicht will, dass sein echter Name publik wird.

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