Journalismus & Drohnen: Stand der Dinge

Am Wochenende habe ich mich mit dem „Drone-Dream-Team“ Elke und Fabian von fiwafly getroffen. Miten im brandenburgischen Wald haben die beiden eine Firma, die sich auf das Gebiet des Filmens und der Berichterstattung mit Drohnen spezialisiert hat. Dabei probieren die beiden mit zwei Profi-Drohnen selbst ständig Neues aus und lernen an jedem (Flug-)Tag viel dazu. Wir haben festgestellt, dass wir die Begeisterung für diese neuen, kleinen, ferngesteuerten Fluggeräte teilen. Sie bereichern und revolutionieren den Bewegtbildjournalismus. Man kann schon fast sagen, wir sind vom „Drohnen-Virus“ befallen und wollen in Zukunft eine Wissens- und Erfahrungsbasis für alle Interessierten im Netz schaffen. Motto: „Volle Drohnung“! ;-)

Luftbilder sind nix Neues – kleine, günstige Quadrokopter schon

Zwar gibt es schon seit langem Luftbilder aus Flugzeugen, Zeppelinen oder Hubschraubern. Aber die Entwicklung von kleinen, wendigen vier-, sechs- oder achtrotorigen Flugmaschinen erlauben einen schnellern, flexibleren und kostengünstigeren Einsatz als jemals zuvor. Bei Sportwettkämpfen, z.B. Ski-Rennen, werden die Drohnen schon seit längerem eingesetzt und sie liefern spektakuläre Bilder. Aber auch in Reportagen, Dokumentationen und Berichten werden die Fluggeräte immer häufiger genutzt. Denn sie helfen Autoren durch ungewöhnliche Perspektiven oft über so manche Bildarmut hinweg uns sind um ein Vielfaches günstiger als der bis vor einiger Zeit noch notwendige Hubschrauberflug.

Experimentierfeld „Journalismus & Drohnen“

Momentan wird viel ausprobiert und oft erst einmal gemacht und geflogen und danach gefragt „Was machen wir jetzt eigentlich damit?“. Es sind zweifellos interessante Zeiten. Und ein paar „Freaks“ beschäftigen sich auch schon intensiv mit diesem Thema, doch die eine Webseite, das Lehrbuch, eine umfassende Sammlung oder gar ein Forschungsinstitut für Drohnenjournalismus wie in den USA (vgl.: http://www.dronejournalismlab.org) fehlen bisher im deutschsprachigen Raum.In den bekannten Journalismus-Lehrbüchern wird das Thema nicht aufgegriffen, auch nicht in den ganz neuen, eher progressiven Werken, wie Universalcode von Christian Jakubetz et al. (2011) oder Kill your Darlings von Marcus Bösch et al. (2012). In den Curricula der Journalistenschulen und Studiengängen fehlt der  „Journalismus von oben“. Es ist also an der Zeit, Erfahrungen zu machen und festzuhalten, um systematisch Wissen über den Drohneneinsatz im Journalismus aufzubauen. Viel Potential wird durch den unbedachten Einsatz von Drohnen verschenkt, wenn das Bild aus der Luft z.B. nur als Schnittbild für ein Reporter-Gespräch im Rapsfeld eingesetzt wird. Leider passiert das noch viel zu oft. Und intensive Gedanken muss man sich vor einem Start allein schon aufgrund der begrenzten Akkuzeit der kleinen Flieger machen. Mit Kamera drunter hat man oft nur 6-8 Minuten Zeit, um alles in den Kasten zu bekommen. Oder man hat ein paar Sätze Wechselakkus dabei. Hier ein Video aus den Tagesthemen (9/2012) über den Einsatz von „Do-It-Yourself-Drohnen“ im Journalismus:

Mit einer Sammlung von Wissen, Ideen und Anwendungsbeispielen wollen wir praktische Hilfe für den journalistischen Einsatz geben und über rechtliche, ethische und narrative Möglichkeiten und Grenzen reflektieren. Hier mal eine Linkliste mit wichtigen Seiten über das Thema. Hinweise sind willkommen, die Liste wird entsprechend erweitert, hier die ersten  Adressen:

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