Fliegen Vögel in Kamera-Drohnen?

Die Volontäre der electronic media school in Potsdam-Babelsberg arbeiten zur Zeit an einer TV-Sendung zum Thema Privatsphäre. Ein Team, bestehend aus Ole Hilgert und Anna Tschöpe, hat sich in diesem Rahmen für einen Beitrag über Drohnen und die Bedrohung, die von ihnen ausgehen kann, entschieden und ist auf fiwafly und unser Blog-Projekt „Volle Drohnung“ gekommen. Also bin ich spontan nach Babelsberg gereist, um als „Drohnen-Experte“ Fragen zum journalistischen Einsatz der fliegenden Kameras zu beantworten. Hihi – auch ein gutes Training für mich. Alles lief jedenfalls entspannt und ruhig, bis etwas unerwartetes beim Dreh passierte.

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Elke, Anna und Ole (v.l.n.r.) schauen Drohnen-Pilot Fabian bei den Startvorbereitungen zu. Foto: MR (Handybild)

Nach einigen Handgriffen sind Fabian (Steuerung) und Elke (Kamera-Operatorin) soweit und steigen mit der Profi-Drohne auf dem Parkplatz vor der ems auf. Eine Zeit lang hält Fabian die Drohne ganz weit oben (ich schätze mal 50 Meter) über der Journalistenschule, dem RBB-Gelände und dem Filmpark Babelsberg. Tolle Bilder, die Sicht ist an diesem Sommerabend gut. Dann geht er wieder runter, will die Fensterfront der Journalistenschule abfliegen, um zu testen, ob man mit der Kamera in private Räume spähen kann.

Ein kurzer Wackler und ein Rotor fliegt durch die Luft

Dann passiert es: Ein schwarzes „Etwas“ berührt die Drohne in rund 15 Metern Höhe. Zumindest sieht es für uns am Boden so aus. Ich sehe, wie ein Propeller sich heftig trudelnd von der Drohne löst und ins Gebüsch fällt. Alle zucken zusammen. Die Drohne wackelt nur ganz kurz und stabilisiert sich auch mit nur noch sieben Rotoren in der Luft. Fabian steuert sicher und ziemlich schnell Richtung Boden, wo Elke das Gerät aus der Luft fängt. Wir sind überrascht und ratlos: Was genau ist passiert? Es ging ja alles so schnell. Den Rotor finden wir schnell unter einem Strauch wieder. Ziemlich genau hatte ich gesehen, wo er runtergekommen war. Anna sucht die Gegend nach einem Spatz oder einem anderen kleinen Vogel ab, sie ist der Meinung, da muss ein Vogel in die Drohne geflogen sein.

Vogelschlag bei einer Drohne?

Diskussionen und Vermutungen kommen auf: Kann es sein, dass ein Vogel ein so großes Gerät, das ja auch mächtig laut ist, nicht sieht und hineinfliegt? Ist der Rotor aus anderen Gründen abgeflogen? Auch Fabian, der erfahrene Drohnenpilot, hat sowas noch nicht erlebt und ist sich nicht ganz sicher, wie das passieren konnte. Hat jemand schon mal was von „Vogelschlag“ bei Quadro- oder Oktokoptern gehört? Ich nicht! Bei großen Flugzeugen mit riesigen Turbinen – ja klar. Aber bei elektrisch betriebenen Kameradrohnen?

Leider ist unser Blog „Volle Drohnung“ noch nicht online. Das wäre ein schönes Diskussionsthema für diejenigen, die Erfahrungen mit Drohneneinsätzen haben. Wir arbeiten jetzt auf jeden Fall weiter dran und ich hoffe, dass ich diesen Sommer noch das „Take Off“ für das Blog „Volle Drohnung“ verkünden kann. Wir wollen natürlich schon ein bisschen Inhalt haben, wenn wir auf die Startbahn gehen.

Fabian kümmert sich um den abgerissenen Rotor der Drohne, Ole filmt.
Fabian kümmert sich um den abgerissenen Rotor der Drohne. Foto: MR (Handybild)

Also: Wenn jemand schon mal was über Unfälle mit Vögeln und Drohnen gehört oder gelesen hat: Bitte teilt uns das mit, gerne auch hier in den Kommentaren. Wir sind immer noch verwundert und fragen uns, ob das wirklich sein kann? Einen Spatz jedenfalls haben wir nicht mehr gefunden, weder tot noch lebendig.

P.S: Den Beitrag über Privatsphäre und Drohnen gibt es wohl bald auch online in der ems-tube

UPDATE 2.8.2013: Die ganze Sendung inklusive dem kurzen Drohnen-Beitrag gibt es im Netz bei Spiegel-TV zu sehen.

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Ein Gedanke zu “Fliegen Vögel in Kamera-Drohnen?

  1. Zur Klärung der Frage, ob es in diesem Fall tatsächlich ein Vogel war, kann ich nichts beitragen. Aber wir wissen aus Erfahrung, dass die Federviecher in der Umgebung der Schule aus darwinistischen Sicht ein Problem haben: Sie knallen in regelmäßigen Abständen gegen die Fenster des Hauses (die keinen Blick durch die Räume hindurch zulassen, also kein quasi unsichtbares Hindernis auf dem direkten Flugweg sind). Mag also gut sein, dass sie mit der Erkennung von Flugobjekten ähnliche Schwierigkeiten haben.

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