Doppelte Dilettanten

Typisches Tutorial-Video: Selber Bier brauen
Typisches Tutorial-Video: Selber Bier brauen

Gerade höre ich eine gut gemachte Echtzeit-Sendung auf DeutschlandRadio Kultur, Titel: „Lob des Dilettantismus“. In einem Interview wird deutlich, dass das Wort „Dilletant“ von diletto (ital. „an etwas erfreuen“) bzw. dem lateinischen delecto (sich erfreuen, Freude an etwas haben) kommt und jahrhundertelang, bis zum Aufkommen des Bürgertums positiv konnotiert war.

In der Sendung ging es dann auch um den Trend der Do-It-Yourself-Videos im Internet. Vor allem auf YoTube findet man ja zu fast jedem Thema ein Tutorial. Mir kam dabei der Gedanke, dass es es sich bei den meisten How-To-Videos um einen „doppelten Dilettantismus“ handelt: Einerseits sind die Tutorial-Produzenten Dilettanten (im positiven oder abwertenden Sinn) im Fachgebiet, das sie im Video behandeln, z.B. „Bierbrauen“ oder „Handy reparieren„. Andererseits sind sie aber auch keine professionellen Filmemacher. Sie nutzen also die mediale Praxis der Bewegtbildherstellung ganz selbstverständlich, um ihr eigentliches Anliegen rüberzubringen. Das weist aus meiner Sicht darauf hin, dass „YouTuben“ bzw. die Produktion von Filmen und Ho-To-Videos inzwischen immer mehr zur normalen Alltagspraxis wird, die einfach zum digitalen Leben dazu gehört.

Randnotiz: In der Echtzeit-Sendung war auch ein toller Beitrag über den Neueinstieg ins Musizieren, der von einem Besuch beim wunderbaren Jazz-Musiker und Musik-Theoretiker Chilly Gonzales lebt. Zum Podcast der Sendung.

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