MaxMedienBlog 2014 in Zahlen

Die WordPress.com-Statistik-Heinzelmännchen haben jetzt auch endlich einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Ein New York City U-Bahnzug fasst 1.200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 5.500 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 5 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Also Texten können sie bei Moleskine:

Capturing reality in movement, glimpsing and recording details,  inscribing the unique nature of experience on paper: the Moleskine notebook is a battery that stores ideas and feelings, releasing its energy over time.

„Moleskine.  The history of a legend“


Silvestergeschenk 2015
Silvestergeschenk 2015

Mein Moleskine

Über Fragen

Zu Weihnachten habe ich das Buch Über das Wetter können Sie auch noch reden, wenn Sie tot sind von der britischen Autorin Olivia Fane verschenkt. Das Zitat stammt aus diesem Buch. Mit ihm beginne ich das neue Blog-Jahr 2015:

„Das griechische Wort für Liebe ist eros, und etymologisch ist es eng verwandt mit dem griechischen Wort für Fragen stellen – eroteao. Mir gefällt das sehr. Es klingt im Griechischen so kraftvoll: Jemandem Fragen zu stellen heißt, begierig darauf zu sein, ihn kennenzulernen, und jemanden kennen heißt, ihn zu lieben.“

(Fane 2014: 13)

Sprung ins Becken ohne Wasser: Mein 2014 (Teil 2 von 3)

Eine der interessantesten Erfahrungen im Jahr 2014 habe ich in der Schweiz gemacht: In Luzern hielt ich einen Vortrag, der eine dreifache Premiere für mich darstellte: Zum ersten Mal in einem Hallenbad, zum ersten Mal unter einem Pseudonym und zum ersten Mal habe ich den Vortrag auch irgendwie nicht gehalten. Teilweise zumindest. Verwirrend? Ja!

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„Liebe sei Tat!“: Mein 2014 (Teil 1 von 3)

„Liebe sei Tat!“ – das ist das Motto des Marienhospitals Stuttgart, in dem ich vor 40 Jahren geboren wurde. Schönes Motto, da will man sich doch gerne gleich einliefern lassen. Falls mir hier mal was passieren sollte, bringen Sie mich bitte in dieses Krankenhaus!

Max_Rückblick_quer_nah
Rückblick: Als Schüler in Berlin-Friedrichshain, Anfang der 90er, als man noch selbst scharf stellen musste und Staub-Pünktchen auf dem Negativ auftauchten.

Seit gut einem Jahr wohne ich also in der Stadt, in der ich geboren wurde. Zum ersten Mal nehme ich sie bewusst wahr, denn damals sind wir ziemlich schnell nach meiner Geburt auch schon weggezogen, ins mondäne Kassel.

Jetzt aber Stuttgart, Marienhospital. So fange ich meinen Jahresrückblick an, weil es immer noch auf meiner „To-Do-Liste 2014“ steht: Ich wollte mit dem Rad mal hinfahren und schauen, wo alles einen Anfang nahm, mit mir und der Welt. Es ist eins von einigen Dingen, die ich 2014 nicht abhaken konnte. Es war ein ereignisreiches, ein gutes Jahr für mich, das viele interessante Begegnungen und Entwicklungen beinhaltet, auch viel Liegengelassenes. Das persönliche Blog gehört wohl auch eher zu letzteren. Jetzt will ich aber alles mal ein bisschen ordnen, für mich: Es wird ein dreiteiliger Jahresrückblick und -abschluss, der in 30 Sekunden so zusammenfassen lässt:

Ein Umzug – per Rad auf den Feldberg – Heideggers Hütte – Writing Challenge – Copter Communication Camp – Junior-Fellowship – Volle Drohnung on tour – drei lebensverändernde Bücher – acht Forschungsanträge – eine neue Leidenschaft – mein erster Flashmob – Kraków, Wrocław, Kraków – ein Inkognito-Vortrag – Fanta Vier Heimspiel. Okay, fangen wir bei den Büchern an:

Teil 1: Literatur & Kunst

Im ablaufenden Jahr habe ich eigentlich nichts auf Papier publiziert, aber einiges gelesen. Die drei Bücher, die mich 2014 weitergebracht haben:

Rudi Dutschkes Tagebücher 1963-1979 sind im Jahr 2003 erschienen
Rudi Dutschkes Tagebücher 1963-1979 sind im Jahr 2003 erschienenRudis Tagebücher

Rudis Tagebücher

Schon ein paar Jahre hatte ich dieses Buch mit Rudi Dutschkes Tagebucheinträgen im Regal. Dieses Jahr war es soweit. Vielleicht habe ich nachgeholt, was ich zu Studienzeiten an der FU Berlin nicht geschafft habe. Leider. Denn es sind sehr bereichernde Einblicke in das engagierte und positive Denken dieses Mannes. Ich habe hier schon beschrieben, dass ich das Buch gerade in dem Jahr in die Hand nehme, in dem ich einen Beitrag für ein Buch über den polnischen Filmklassiker „Kanal“ (R: Andrzej Wajda) schreibe und finde ausgerechnet einen Tagebucheintrag über diesen Film bei Dutschke. Kurios. Beeindruckend fand ich vor allem, welche ungeheure politische Lebensenergie Rudi Dutschke hatte, wie er sich nach dem Attentat und dem fast vollständigen Verlust der Sprache wieder ins Leben zurückgearbeitet hat, eine Doktorarbeit angegangen ist und sie auch abgeschlossen hat. Mir ist dabei aufgefallen, dass wir heute eigentlich in einer doch weitgehend utopie- und visionsfreien Zeit leben, im Vergleich zu der Zeit in den 1960-70er Jahren, in denen Rudi Dutschke und viele andere Mitstudenten noch von Revolution redeten und in revolutionären Kategorien dachten. Ich denke, sie haben die Bundesrepublik, wenn auch mit einer gewissen Zeitverzögerung, stark verändert.

Stark an Rudis Tagebüchern ist auch das Fingerspitzengefühl und die Offenheit, mit der das Buch von Gretchen Dutschke editiert wurde: Sie hat z.B. auch Stellen dringelassen, in denen es um Probleme im Privaten, um Erziehung und z.B. Rudis Erfahrungen mit anderen Frauen geht. Diese Einblicke sind persönlich und interessasnt, stellen aber nicht den Hauptteil des Buches dar. Es wird schon deutlich, dass er ein Vollblut-Revolutionär und politisch denkender und vor allem handelnder Mensch war. Was ich mitnehme: Power! Motivation! Kampf! Was mir vor der Lektüre nicht so klar war: Dass er immer für die Wiedervereinigung Deutschlands eintrat (er kam aus Luckenwalde); dass er in Bremen unter den Mitgründern der Grünen Partei in Deutschland war; dass er am 24. Dezember 1979 in der Badewanne im heimischen Arhus bei einem epileptischen Anfall starb, während seine Frau Gretchen das Festmahl vorbereitete. Als ich im Herbst in Berlin war, habe ich sein Grab auf dem St-Annen-Friedhof in Dahlem besucht. Ich war zu einer Fortbildung an der FU, nicht weit vom Rudi-Dutschke-Weg hinter der Mensa entfernt.

 

Wolfgang Herrndorf (2013): Arbeit und Struktur
Wolfgang Herrndorf (2013): Arbeit und StrukturArbeit und Struktur

Arbeit und Struktur

ist das erste Buch, das ich von Wolfgang Herrndorf gelesen habe. Es ist die Buchversion seines Blogs Arbeit & Struktur, auf das ich zunächst gekommen war. Herrndorf hat sich im August 2013 am Landwehrkanal in Berlin das Leben genommen und wollte, dass seine Tagebuchaufzeichnungen aus dem Blog auch als Buch erscheinen, nach seinem Tod. Also schon wieder etwas Tagebuchartiges. Es ist ein starkes, beklemmendes, nahegehendes und kraftgebendes Buch. Auch hier zeigt sich eine unbändige Schaffenskraft, wenn Herrndorf die drei Jahre beschreibt, die ihm nach der Diagnose „unheilbarer Hirntumor“ bleiben. Wie er seine Strukturen beschreibt, seine Rituale (z.B. Schwimmen und Freunde treffen), die ihm ermöglichen, drei Bücher in dieser Zeit fertig zu schreiben. Dabei trifft er sprachlich auf den Punkt. Macht kurze Sätze. Vielleicht weil er weiß, dass viele Wörter auch viel Zeit brauchen. Es ist fast erschreckend, wie analytisch er mit sich selbst und seiner Situation umgeht. Beispiel:

Immer die gleichen drei Dinge, die mir den Stecker ziehen: Die Freundlichkeit der Welt, die Schönheit der Natur, kleine Kinder.

Arbeit und Struktur hatte ich in zwei Tagen durch. Was nehme ich mit? Bewunderung, Kraft, Lebensfreude, Dankbarkeit und vielleicht ein bisschen mehr Struktur für meine Arbeit.

Eurich_Mensch_WerdenMensch werden

Den Autor kenne ich aus meiner Zeit an der TU Dortmund. Claus Eurich ist dort Professor für Kommunikationswissenschaft und gibt dieser eine in Deutschland wohl einzigartige Ausrichtung bzw. Öffnung in Richtung Kommunikationstheorie, Ethik und gewaltfreie Kommunikation. In seinem aktuellen Buch, das sich vor allem an Menschen mit Führungsverantwortung richtet, fasst er seine jahrelange Beschäftigung mit Kommunikation als entgrenztem menschlichen Phänomen zusammen. Teils nicht leicht zu verstehen, aber immer interessant und herausfordernd: Eurich beklagt den aktuellen Welt- und Wesenszustand der Menschen mit der Wachstums- und Ich-Orientierung. Der rein wissenschaftlichen Ratio setzt er ein auf fünf Säulen basierendes System der Vernunft entgegen. Jede Säule begründet er ausgiebig und in die Tiefe gehend. Ein paar medienkritische Gedanken, z.B. auch über den ständigen Informationsfluss der sozialen Medien und den Erschöpfungszustand, den das hervorruft, finden sich bei ihm. Er sieht eine wachsende Vereinzelung und Vereinsamung bei gleichzeitiger Vermassung der Gesellschaft und knüpft da an Gedanken des Philosophen Günter Anders (geb. 1902 in Brealsu, † 1992 in Wien) an, der schon in den 1950er Jahren von der „Erscheinung des Massseneremiten“ sprach. Als solche verlieren wir uns unbehaust „in den Phantomräumen der Bildschirmwelten“ (S. 64).  Rauskommen aus der ganzen Misere können wir mit den fünf Säulen der Vernunft, die Eurich den Lesern nahelegt:

  • Rationalität
  • Intuition
  • Sinnliche Erfahrung
  • Weisheit
  • Kontemplation

Für alle, die mehr über diese fünf Säulen wissen wollen und mal etwas ganz anderes von einem Vertreter der akademisch verankerten Kommunikationswissenschaft lesen wollen: Es lohnt sich! Üübrigens würde Claus Eurich würde wohl auch nichts gegen das Motto meiner Geburtsklinik „Liebe sei Tat“ haben. Mir hat dieses Buch im ablaufenden Jahr einen weiteren wertvollen Blick über den Tellerrand beschert.

Is it all about that bass?

Nach soviel Druckerschwärze jetzt mal was fürs Ohr. Und fürs Herz: Mit ihrer so einfach-schönen Version des Welthits „All about that bass“ (Meghan Trainor), hat mich die us-amerikanische Jazz-Bassistin und Sängerin Kate Davis sofort begeistert:

Sie ist eine aufstrebende, 23-jährige Jazzerin, die momentan an ihrem ersten Album arbeitet und von der Herald Tribune schon als „talent not to be missed“ bezeichnet wurde. Ich erwarte es mit Spannung und finde, sie hat nicht nur eine tolle Stimme, sondern auch eine tolle Ausstrahlung: Wie sie da so neben ihrem Bass steht, sich manchmal an ihm abstützt, oder mit den Fingern auf dem Korpus den Beat mitschlägt, wenn sie einen Gesangspart ohne Bass hat. Ja, das ist stark, anmutig und…ein bisschen süß. Dass all das aber harte Arbeit bedeutet und sie zuerst ständig beim Chiropraktiker war, als sie Bassspielen lernte, darüber erfahrt ihr hier noch was:

So, im zweiten Teil knüpfe ich hier gleich an, mit meiner neu erweckten Leidenschaft für Swing, diesmal nicht in der Big Band, sondern auf der Tanzfläche. Und es geht um menschliche und sportliche Herausforderungen, die ich 2014 zu bewältigen hatte.

Auto-Dialog

Oh je, heute werden wir einen Dialog üben:

Give and Take

Write a post based on the contrast between two things — whether people, objects, emotions, places, or something else. Write the post in the form of a dialogue!

„Nee, das hatte er jetzt nicht gesagt, oder?“ Flo saß auf dem Beifahrersitz, sein Magen krampfte sich zusammen und er musste sich sehr zusammenreißen, Weiterlesen

Writing101: „Be brief“ oder „In der Kürze…“

Weiter geht’s mit folgendem Schreib-Befehl:

You discover a letter on a path that affects you deeply. Today, write about this encounter. And your twist? Be as succinct as possible.

Flo war in Eile, die Eingangstür des Hauses schnappte hinter ihm zu, als er sich die Laptoptasche über die Schulter warf und schnell in Richtung Bäcker lief. „Noch einen Kaffee, dann kann der Tag anfangen“, dachte er gut gelaunt. Weiterlesen