Jahresende im #MMB

Hallo liebe Netzgemeinde,

2013 ist so gut wie vorbei. Und ich werde, wie immer, bei gutem Essen und schwäbischem Wein und OHNE Böllerei ins Neue Jahr starten. Das gesparte Geld habe ich übrigens einem interessanten, regionalen journalistischen Projekt gespendet. Schnell noch ein kleiner Blog-Rückblick. Im MaxMedienBlog waren die meistgesuchten Begriffe:  Weiterlesen

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Mein Ausflug ins Universum des Reality-TV

Sie heissen „Berlin Tag & Nacht„, „Mitten im Leben*“, „Frauentausch„, „Die Schulermittler“, „Familien im Brennpunkt„, „Köln 50667“ und geben vor, den deutschen Alltag abzubilden. Diese Serien sind billig produziert, weil ihre Protagonisten teils für Tagesgagen von 60 Euro arbeiten. Die Folgen werden wie am Fließband hergestellt, trotzdem sind sie erfolgreich bei den Zuschauern – und in der Geschäftsbilanz der Privatsender. Doch wie gehen die jungen Zuschauer damit um? In einer neuen Studie von Maya Götz, veröffentlicht im Jahr 2012, wurden insgesamt 294 Jugendlichen im Alter von 6-18 Jahren verschiedene Folgen der gescripteten Reality-Serie  „Familien im Brennpunkt“ gezeigt. Weiterlesen

Gespräch mit Holger Kreymeier, Teil 2

Hier also der zweite Teil des Gesprächs, das ich mit Holger Kreymeier von fernsehkritik.tv Anfang Januar in Cottbus führen konnte. Ich erinnere mich noch, dass er nach dem Gespräch immer wieder gebannt auf sein Smartphone schaute, weil er gerade die Folge 106 seines Bewegtbild-Magazins online gestellt hatte. Am Abend unseres Gesprächs ging es los, mit der Kommentarflut zu seinem Interview mit Freiwild, der umstrittenen Band aus Südtirol. Holger sagte: „Oha – das scheint ja zu polarisieren! Die einen finden das Interview gut und die anderen sagen: ‚Wie kannst Du das nur machen‘?“. Leider habe ich vom Freiwild-Interview  erfahren, nachdem unser Gespräch schon aufgezcichnet war. Sonst hätte ich ihn dazu geren befragt.

Ich persönlich sehe das Agieren und Umfeld solcher Bands skeptisch. Vor allem, wenn eine eindeutige, unmissverständliche Distanzierung von rassistischen, (neo)nationalistischen Weltbildern und Gedankenwelten nicht stattfindet. Leider gibt es da auch bei uns in Deutschland ein paar Beispiele. z.B. wandelt der aus Cottbus stammende Rapper Dissziplin („Patriot„) erfolgreich auf einem schmalen Grad zwischen ost-deutscher Heimatliebe, ostdeutschem Stolz und Anbiederung bei klar demokratie- und verfassungsfeindlichen Gruppierungen, die es gerade in Ostdeutschland zuhauf gibt. Fakt ist, dass Menschen aus nationalistischen Bewegungen und Gruppierungen seinen Rap als gern gehörten Soundtrack zur Bestätigung ihrer Haltung nutzen. Die Distanzierung von solchen Gruppen in den Songs scheint dabei inzwischen eine identitätsstiftende Geste für die Szene  zu sein. Dazu aber vielleicht später einmal mehr, denn das schweift zu sehr ab. Das Interview von Holger mit den Bandmitgliedern von Freiwild ist jedenfalls auch aus meiner Sicht zu unkritisch. Aber es ist wiederum gut, dass in den Kommentaren und in anderen Blogs sowie bei Endstation Rechts eine Diskussion über den Umgang mit Freiwild beginnt. Kann gern auf andere Beispiele ausgeweitet werden.

Zum Thema: Ich habe Holger Kreymeier als einen engagierten Medienkritiker kennengelernt. Er hat mir erzählt, dass er mal ein Soziologie-Studium in Hamburg angefangen hat. Das hat er allerdings vorzeitig beendet, weil es ihm dann zu theoretisch und abgehoben war. Also stürzte er sich in die Praxis des Journalismus und in die Praxis der Medienkritik. Und das war wohl ein guter Schritt, denn das macht er mit Erfolg und mit Biss. Man muss, glaube ich, verstehen, dass er sich das alles selbst erarbeitet hat. Seine teils bissige Art gehört dabei zu ihm und ist ein Erfolgsfaktor von fernsehkritik.tv. Mit Sicherheit ist er auch mutig. Denn wer traut sich schon, sich vor Gericht mit Sendern wie RTL, mit der Supernanny oder NeunLive (✝) anzulegen. Er hat das alles durchgemacht und dabei Erfolge gefeiert und Niederlagen eingesteckt. Wohl auch aufgrund seiner Geschichte lässt er sich von Shitstorms und Gegenwind nicht so leicht beeinflussen und runterkriegen.

Wer hier nicht gucken will, kann auch auf YouTube schauen.

Im zweiten Teil des Interviews reden wir über:

– Den anhaltenden Reality-TV-Boom

– Die mangelnde Innovationsfähigkeit der deutschen TV-Sender

– Den Zustand von Medienkritik und Medienjournalismus

– Die Notwendigkeit von Medienkunde an Schulen

Viel Spaß!

Leider gibt es Upload-Probleme für den zweiten Teil des Interviews. Da es auch wieder fast 20 Minuten lang ist, brauche eich eine gute und stabile Internetverbindung, denn der Upload dauert schon mal zwei bis drei Stunden. Morgen habe ich wieder einen schnelleren Internet-Zugang und kann es dann (endlich) hochladen.

Da wir das Interview Anfang Januar geführt haben, ist die aktuelle Debatte über Holgers Interview mit der südtiroler Band Frei.Wild nicht enthalten. Aber spannend ist es auch so, denn es geht um den anhaltenden Erfolg von Reality-TV-Formaten, wobei „Köln 50667“ als Ableger von „Berlin Tag & Nacht“ das  jüngste Erfolgsbeispiel dieses Genres ist. Allerdings haben die in Köln nach einem halben Jahr Dreharbeiten nicht gerade den besten Ruf und dürfen laut Berichten von Bild und Kölner Stadtanzeiger auch nicht mehr überall in der Stadt drehen.

Wir reden im Intverview auch über das Dschungelcamp, die Verkrustung von ARD und ZDF sowie über eine Innovationsidee von Rangar Yogeshwar, die nie umgesetzt wurde. Außerdem sprechen wir über die Einführung des Fachs Medienkunde an Schulen – eine Forderung, die Holger am Ende des Gesprächs aufstellt. Also: Seid gespannt. Morgen mehr. Versprochen.

Verspätungs-Alarm: Interview mit Holger Kreymeier, Teil 2

Fernsehkritik.TV im Workshop zu Gast

Zur Zeit leite ich meinen ersten eigenen Medienkompetenz-Workshop an der BTU Cottbus, bei dem Schüler/innen zusammen mit Studierenden etwas über „Reality-TV“ lernen und auch ein eigenes Video produzieren. Durch die Mischung von Schülern und Studierenden ist es auch ein didaktisches Experiment, das bis jetzt gut geht. Weiterlesen