Jahresende im #MMB

Hallo liebe Netzgemeinde,

2013 ist so gut wie vorbei. Und ich werde, wie immer, bei gutem Essen und schwäbischem Wein und OHNE Böllerei ins Neue Jahr starten. Das gesparte Geld habe ich übrigens einem interessanten, regionalen journalistischen Projekt gespendet. Schnell noch ein kleiner Blog-Rückblick. Im MaxMedienBlog waren die meistgesuchten Begriffe:  Weiterlesen

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Spezialsendungswahn, Teil 2

Heute gab es die dritte Spezialsendung im RBB innerhalb von vier Tagen. Aber die heutige Sondersendung zum kommenden Rücktritt von Ministerpräsident Platzeck geht in Ordnung, die nehme ich aus meiner Kritik dezidiert aus…ähh….naja…auch wenn man sich mal genauer anschauen könnte, ob nicht die Nachrichtensendung Brandenburg aktuell heute schon eine Spezialsendung zum geplanten Rückzug von Matthias Platzeck war. Aber egal. Schwamm drüber, darum geht es mir nicht. So ein aktuelles „Spezial“ mit politischem Hintergrund ist völlig okay. Ich reg‘ mich nur über diese unsäglichen „Wetter-Spezials“ auf, mit immergleichen Bestandteilen und wenig Erkenntnisgewinn/Wissenserweiterung. Und dazu will ich abschließend kurz was bloggen:  Weiterlesen

Trauma als Innovation für die Journalistenausbildung

Zweiter Teil des Skype-Interviews mit Bruce Shapiro, Executive Director des Dart Centers für Journalismus & Trauma, Columbia University, New York.

Einige haben sich per Like oder in den Kommentaren positiv geäußert und eine Fortsetzung gefordert. Also kommt hier der zweite Teil! Es sind nochmal 15 Minuten Skype-Gespräch, das ich im Oktober 2012 mit Bruce führen konnte. Da die Themen Trauma, belastende Situationen und der journalistische Umgang damit ein noch vernachlässigtes Feld im Journalismus und in der Journalistenausbildung sind, macht es aus meiner Sicht Sinn, das Gespräch trotz technischer Mängel, ganz zu veröffentlichen. Ich bin mir bewusst, dass die Qualität per Skype und mit Fotoeinblendungen nicht die allerbeste ist, aber trotzdem froh, dass ich das Thema auf diese Weise aufgreifen kann. Im April wird dazu auch ein Schwerpunktheft des Journalistik Journals herauskommen, an dessen Entstehung ich auch ein bisschen beteiligt bin. Das Journalistik Journal wird am Institut für Journalistik der TU Dortmund von Tobias Eberwein und Susanne Fengler herausgegeben. Besonders interessant für alle, die noch ein interessantes Thema für eine wissenschaftliche Abschlussarbeit im Bereich Journalismus suchen ist der letzte Punkt, den wir im Gespräch behandeln (siehe Liste unten)!

Hier die Themen des zweiten Gesprächsteils:

  • Die Rolle von Social Media in traumatischen und belastenden Situationen für Journalisten
  • Journalismus & Trauma als Bestandteil der Journalistenausbildung
  • Umgang mit dem Thema „Journalismus & Trauma“ in den USA und in Europa
  • Innovationen in der Journalistenausbildung
  • Was sollte man mit einem „One-Million-Dollar-Jackpot“ in Sachen Forschung im Bereich „Journalismus & Trauma“ machen?

 

„Kein Foto ist ein Leben wert!“

Bruce Shapiro, Executive Director Dart Center for Journalism & Trauma

Interview mit Bruce ShapiroExecutive Director des Dart Centers for Trauma & Journalism in New York

Vor 20 Jahren saß er mit Kollegen in einem Café in New Haven, als ein Mann hineinkam, plötzlich ein Messer zückte und begann, die Gäste damit abzustechen. Auch Bruce erlitt schwere Verletzungen. Seit diesem Vorfall kümmert sich der Journalist intensiv um traumatische Situationen und die Berichterstattung darüber. Unter dem Titel „Kein Bild ist ein Leben wert“ habe ich im im Medienmagazin Journalist (November 2012) schon einen kurzen Auszug aus dem Skype-Interview mit Bruce publiziert. Aus Platzgründen konnte ich damals nur einen Bruchteil des Gesprächs verwenden. Jetzt gibt es das ganze Interview, das ich per Skype geführt habe.
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Gespräch mit Holger Kreymeier, Teil 2

Hier also der zweite Teil des Gesprächs, das ich mit Holger Kreymeier von fernsehkritik.tv Anfang Januar in Cottbus führen konnte. Ich erinnere mich noch, dass er nach dem Gespräch immer wieder gebannt auf sein Smartphone schaute, weil er gerade die Folge 106 seines Bewegtbild-Magazins online gestellt hatte. Am Abend unseres Gesprächs ging es los, mit der Kommentarflut zu seinem Interview mit Freiwild, der umstrittenen Band aus Südtirol. Holger sagte: „Oha – das scheint ja zu polarisieren! Die einen finden das Interview gut und die anderen sagen: ‚Wie kannst Du das nur machen‘?“. Leider habe ich vom Freiwild-Interview  erfahren, nachdem unser Gespräch schon aufgezcichnet war. Sonst hätte ich ihn dazu geren befragt.

Ich persönlich sehe das Agieren und Umfeld solcher Bands skeptisch. Vor allem, wenn eine eindeutige, unmissverständliche Distanzierung von rassistischen, (neo)nationalistischen Weltbildern und Gedankenwelten nicht stattfindet. Leider gibt es da auch bei uns in Deutschland ein paar Beispiele. z.B. wandelt der aus Cottbus stammende Rapper Dissziplin („Patriot„) erfolgreich auf einem schmalen Grad zwischen ost-deutscher Heimatliebe, ostdeutschem Stolz und Anbiederung bei klar demokratie- und verfassungsfeindlichen Gruppierungen, die es gerade in Ostdeutschland zuhauf gibt. Fakt ist, dass Menschen aus nationalistischen Bewegungen und Gruppierungen seinen Rap als gern gehörten Soundtrack zur Bestätigung ihrer Haltung nutzen. Die Distanzierung von solchen Gruppen in den Songs scheint dabei inzwischen eine identitätsstiftende Geste für die Szene  zu sein. Dazu aber vielleicht später einmal mehr, denn das schweift zu sehr ab. Das Interview von Holger mit den Bandmitgliedern von Freiwild ist jedenfalls auch aus meiner Sicht zu unkritisch. Aber es ist wiederum gut, dass in den Kommentaren und in anderen Blogs sowie bei Endstation Rechts eine Diskussion über den Umgang mit Freiwild beginnt. Kann gern auf andere Beispiele ausgeweitet werden.

Zum Thema: Ich habe Holger Kreymeier als einen engagierten Medienkritiker kennengelernt. Er hat mir erzählt, dass er mal ein Soziologie-Studium in Hamburg angefangen hat. Das hat er allerdings vorzeitig beendet, weil es ihm dann zu theoretisch und abgehoben war. Also stürzte er sich in die Praxis des Journalismus und in die Praxis der Medienkritik. Und das war wohl ein guter Schritt, denn das macht er mit Erfolg und mit Biss. Man muss, glaube ich, verstehen, dass er sich das alles selbst erarbeitet hat. Seine teils bissige Art gehört dabei zu ihm und ist ein Erfolgsfaktor von fernsehkritik.tv. Mit Sicherheit ist er auch mutig. Denn wer traut sich schon, sich vor Gericht mit Sendern wie RTL, mit der Supernanny oder NeunLive (✝) anzulegen. Er hat das alles durchgemacht und dabei Erfolge gefeiert und Niederlagen eingesteckt. Wohl auch aufgrund seiner Geschichte lässt er sich von Shitstorms und Gegenwind nicht so leicht beeinflussen und runterkriegen.

Wer hier nicht gucken will, kann auch auf YouTube schauen.

Im zweiten Teil des Interviews reden wir über:

– Den anhaltenden Reality-TV-Boom

– Die mangelnde Innovationsfähigkeit der deutschen TV-Sender

– Den Zustand von Medienkritik und Medienjournalismus

– Die Notwendigkeit von Medienkunde an Schulen

Viel Spaß!