Zum Tod von Andrzej Wajda: DER KANAL (1956)

Andrzej Wajda ist am Wochenende gestorben, im Alter von 90 Jahren. Kurz zuvor hat er noch seinen letzten Film als Regisseur abgedreht. „Wer soll jetzt die großen Geschichten erzählen?“, hat eine Journalistin gefragt – zu Recht. Eine der wichtigsten Geschichten, die er erzählt hat, ist die des Warschauer Aufstandes im Zweiten Weltkrieg, im Film DER KANAL. Hier veröffentliche ich aus gegebenem Anlass eine Manuskriptversion meines Beitrags zu Wajdas Film, erschienen in Klassiker des polnischen Films, herausgegeben von Peter Klimczak/Christian Kampkötter/Christer Petersen (2015).

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«KANAL ist ein filmischer Albtraum»(1), schrieb Filmkritiker Ulrich Gregor nach der westdeutschen Premiere in Köln im Jahr 1958. Mit  «Albtraum» versucht Gregor zu beschreiben, was die Protagonisten in den 96 Minuten des Films durchstehen müssen: Weiterlesen

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Ida und Oscar?

Ein Film, der manchmal als „kleiner Film“ beschrieben wird, könnte aus der Oscar-Nacht am 22. Februar als großer Gewinner hervorgehen: „Ida“ von Regisseur Paweł Pawlikowski hat es unter die Nominierten in gleich zwei Kategorien geschafft: Bester nicht-englischsprachiger Film und beste Kamera. Der Grund dafür, dass manche Journalisten den Film „klein“ nennen, liegt wohl an seiner ruhigen, aber intensiven Erzählweise, vielleicht an den stilistischen Eigenheiten: Schwarz-weiß, gerade einmal 80 Minuten lang, keine Kamerabewegungen, nur feste Einstellungsgrößen, ruhige Bilder. Ich finde: Ein ganz großer „kleiner“ Film.

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